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Schon gewusst?

Banu basiert auf fundiertem Fachwissen aus Zahnmedizin, Psychologie und Pädagogik. Hier erfahren Sie die wissenschaftlichen Hintergründe.

Zahnmedizin: Allgemein

Karies zählt trotz moderner Zahnmedizin weiterhin zu den häufigsten Erkrankungen bei Kleinkindern und Jugendlichen. Zwar ist die Karieshäufigkeit in den letzten Jahren insgesamt zurückgegangen, dennoch zeigt sich besonders bei Kleinkindern ein deutliches Versorgungsproblem. Nicht selten treten bereits vor dem dritten Lebensjahr kariöse Schäden an den Milchzähnen auf.

Neben genetischen Faktoren spielt vor allem die unzureichende Umsetzung zentraler Präventionsmaßnahmen eine entscheidende Rolle. Zu den vier grundlegenden Säulen der Kariesprävention zählen:

  • Die tägliche Zahnpflege
  • Die regelmäßige Anwendung von Fluoriden
  • Eine zahngesunde Ernährung
  • Regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen

Werden diese Aspekte nicht konsequent berücksichtigt, steigt das Risiko für frühkindliche Karies erheblich.

Milchzähne – Entwicklung und Bedeutung

Warum sind Milchzähne so wichtig?

Milchzähne erfüllen eine wichtige Funktion – nicht nur für die Entwicklung des Kauorgans, sondern auch für die sprachliche, körperliche und psychosoziale Entwicklung von Kindern. Fehlende oder stark geschädigte Milchzähne können das Erlernen der Sprache beeinträchtigen, zu einer unzureichenden Gewichtsentwicklung führen und im sichtbaren Bereich sogar soziale Ausgrenzung begünstigen.

Der Zahndurchbruch

Die ersten Zähne eines Babys werden als Milchzähne bezeichnet. Der Durchbruch der Milchzähne beginnt in der Regel zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat.

Da ein bleibendes Gebiss im Verhältnis zur Kiefer- und Körpergröße eines Kleinkindes zunächst zu groß wäre, bildet sich zuerst ein Milchzahngebiss mit insgesamt 20 Zähnen.

Im Alter von ungefähr zweieinhalb bis drei Jahren ist das Milchzahngebiss in der Regel vollständig entwickelt.

Der Zahnwechsel

Ab etwa dem sechsten Lebensjahr beginnt der Durchbruch der bleibenden Zähne. Den Anfang macht meist der erste große bleibende Backenzahn, der hinter den Milchbackenzähnen durchbricht.

Mit dem weiteren Wachstum von Kiefer und Mundhöhle setzt etwa ab dem siebten Lebensjahr der Zahnwechsel ein. Die Wurzeln der Milchzähne lösen sich nach und nach auf (Resorption), sodass diese ausfallen und an gleicher Stelle durch die bleibenden Zähne ersetzt werden.

In der Regel ist der Zahnwechsel im Alter von etwa elf Jahren abgeschlossen.

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Wechselgebiss Diagramm
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(Größe: 1200x400px)

Karies – Entstehung und Ursachen

Karies, auch als Zahnfäulnis bezeichnet, zählt zu den häufigsten Erkrankungen der Zähne. Ihre Entstehung ist ein sogenannter multifaktorieller Prozess, bei dem mehrere Faktoren zusammenwirken.

Zu den wichtigsten Voraussetzungen für die Entstehung von Karies gehören:

  • Bakterien (besonders Streptococcus mutans)
  • Die Dauer ihrer Einwirkung
  • Der Konsum von Zucker
  • Der Zahn selbst als sogenannte Wirtsstruktur

Der Prozess der Kariesentstehung

  1. Plaquebildung: Bereits kurz nach dem Zähneputzen bilden sich auf der Zahnoberfläche weiche, weißliche Beläge, die als Plaque bezeichnet werden. Diese Plaque enthält zahlreiche Bakterien.
  2. Säureproduktion: Nehmen die Bakterien Zucker aus der Nahrung auf, produzieren sie Säuren, die die Zahnhartsubstanz angreifen können.
  3. pH-Wert sinkt: Bleiben diese Beläge über längere Zeit auf den Zähnen bestehen, verändert sich das Gleichgewicht in der Mundhöhle: Der zuvor neutrale pH-Wert sinkt in den sauren Bereich.
  4. Demineralisierung: Dem Zahn werden wichtige Mineralien entzogen. Dieser Vorgang wird als Demineralisierung bezeichnet und stellt den ersten Schritt in der Entstehung von Karies dar.

Mundhygiene bei Kindern

Mit dem Durchbruch der ersten Milchzähne sollte frühzeitig mit einer vorsichtigen Mundhygiene begonnen werden.

Da der Zahnschmelz der Milchzähne weicher ist als der der bleibenden Zähne, sind sie besonders anfällig für Karies und benötigen daher eine regelmäßige und sorgfältige Pflege.

Ab dem ersten Zahn

Ab dem ersten Zahn – meist im Alter von vier bis sechs Monaten – empfiehlt sich eine ein- bis zweimal tägliche Reinigung. Diese erfolgt mit einer kleinen, weichen Kinderzahnbürste und einer reiskorngroßen Menge Kinderzahnpasta.

Ab 2-3 Jahren

Mit zunehmendem Alter und dem vollständigen Durchbruch des Milchzahngebisses ist das zweimal tägliche Zähneputzen unverzichtbar. Spätestens dann entwickeln viele Kinder Interesse daran, das Zähneputzen selbst zu erlernen.

Die KAI-Zahnputzsystematik

Bewährt hat sich die KAI-Zahnputzsystematik, die als Basismethode für Kleinkinder gilt. Sie beschreibt das Putzen aller Zahnflächen in einer festen Reihenfolge:

K
Kauflächen
Hin- und Her-Bewegungen
A
Außenflächen
Kreisende Bewegungen
I
Innenflächen
Vom Zahnfleisch zum Zahn

💡 Wichtig zu wissen

Ein früh erlerntes und positiv erlebtes Zahnputzverhalten bildet einen stabilen Grundstein für eine lebenslange Mundgesundheit.

Daher ist es besonders wichtig, Kinder beim selbstständigen Zähneputzen zu unterstützen, sie zu ermutigen und den gesamten Prozess möglichst angenehm und spielerisch zu gestalten.

Kindliche Entwicklung und Motivation

Die kindliche Entwicklung ist ein fortlaufender Prozess, der sich über die Zeit hinweg vollzieht und von vielfältigen inneren und äußeren Einflüssen geprägt ist. Wer Kinder in ihrer Entwicklung begleitet, erlebt einen dynamischen und spannenden Verlauf.

Entwicklungspsychologische Erkenntnisse zeigen, dass das Lernen bereits ab der Geburt beginnt und sich anschließend kontinuierlich weiterentwickelt.

Warum Kinder ab 3 Jahren?

Im Mittelpunkt von „Banu – das Zahnputzspiel" stehen Kinder ab dem dritten Lebensjahr. Diese Altersgruppe wurde bewusst gewählt, da in diesem Entwicklungsabschnitt mehrere wichtige Faktoren zusammentreffen:

  • Das Milchzahngebiss ist in der Regel vollständig entwickelt
  • Der Bedarf an gezielter Zahngesundheitsförderung steigt
  • Kinder befinden sich in einer Phase bedeutender kognitiver, motorischer und sozialer Entwicklung

Eigeninitiative & Selbstständigkeit

Insbesondere ab dem dritten Lebensjahr zeigen Kinder ein zunehmendes Bedürfnis nach Eigeninitiative und Selbstständigkeit. Sie möchten Dinge selbst ausprobieren, Entscheidungen treffen und aktiv in alltägliche Abläufe eingebunden werden.

Motorische Fähigkeiten

Gleichzeitig verbessern sich ihre motorischen Fähigkeiten, die Bewegungskoordination sowie der Sprachgebrauch deutlich. Diese Entwicklungsfortschritte bilden eine zentrale Grundlage dafür, Kinder aktiv und altersgerecht in das Zähneputzen einzubeziehen.

Lerntheorien – Wie Kinder lernen

Die Entwicklung von Kindern ist eng mit Lernprozessen verbunden. Um zu verstehen, wie Lernen funktioniert, wurden in der Psychologie und Pädagogik verschiedene Lerntheorien entwickelt.

Sie beschreiben, wie Menschen neues Verhalten, Wissen und Fähigkeiten erwerben – stets im Zusammenspiel mit ihrer Umwelt.

Behaviorismus

Der Behaviorismus konzentriert sich auf beobachtbares Verhalten. Lernen entsteht hier durch äußere Reize und die darauf folgende Reaktion.

Besonders bekannt ist das Prinzip der Belohnung und Bestrafung, durch das Verhalten verstärkt oder abgeschwächt wird. Diese Ansätze finden bis heute Anwendung, beispielsweise beim Aufbau von Routinen.

💡 In Banu: Belohnungsstempel motivieren Kinder positiv und verstärken das gewünschte Zahnputz-Verhalten.

Kognitivismus

Der Kognitivismus erweitert diesen Ansatz, indem er die inneren Denkprozesse einbezieht. Lernen wird als aktive Verarbeitung von Informationen verstanden.

Eine zentrale Rolle spielt dabei das Lernen durch Beobachtung, auch bekannt als Lernen am Modell. Kinder lernen demnach nicht nur durch eigenes Handeln, sondern auch durch das Beobachten anderer.

💡 In Banu: Kinder lernen durch das Nachahmen von Banu, dem freundlichen Affen-Maskottchen, das die richtige Zahnputztechnik vorführt.

Banu vereint diese Erkenntnisse

Für die Entwicklung von „Banu – das Zahnputzspiel" werden vor allem Elemente aus dem Behaviorismus und dem Kognitivismus genutzt. Ziel ist es, durch positive Verstärkung, klare Strukturen und das Lernen durch Vorbilder Motivation aufzubauen und nachhaltiges Verhalten im Alltag zu fördern.

Neugierig auf die Forschungsergebnisse?

Erfahren Sie, wie Banu in wissenschaftlichen Studien getestet wurde und welche beeindruckenden Ergebnisse erzielt wurden.

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